SpLg Altes Forsthaus

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen

  • die aufgrund von desolaten familiären Strukturen nicht in ihrer Familie versorgt werden können
  • die Bindungs- und Beziehungsstörungen zeigen
  • die Entwicklungsdefizite haben
  • die wiederholter oder einzelner schwerer Traumatisierung ausgesetzt waren
  • denen ein Rahmen mit überschaubaren ländlichen Strukturen Schutz und Sicherheit bietet

Eine Aufnahme ist im Rahmen der folgenden gesetzlichen Bestimmungen möglich:

  • Hilfe zur Erziehung; Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform
    (§ 27 i.V. mit § 34 SGB VIII)
  • Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche
    (§ 35a SGB VIII)
  • Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung
    (§ 41 SGB VIII)

Setting

In der sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft Altes Forsthaus können 2 Plätze für Jungen und Mädchen ohne Altersbegrenzung mit einem Betreuungssetting von 1:2 angeboten werden. Eine Betreuung ist möglich bis zum 21. Lebensjahr; in begründeten Einzelfällen kann die Betreuung für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.
Das Haus der sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft befindet sich in Volkhardinghausen im Landkreis Waldeck-Frankenberg in Nähe des Twistestausee. Der Ort Volkhardinghausen mit 113 Einwohnern gehört zur Großgemeinde Bad Arolsen.
Das idyllische alte Fachwerkhaus der Familie Schubert befindet sich am Ortsrand und verfügt über einen großen Garten. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsräume. Dort bieten ein Wohnzimmer, ein Esszimmer und eine Küche genügend Platz; weiterhin gibt es im Erdgeschoss ein Bad und eine Bastelwerkstatt. Die zwei Kinderzimmer, das Schlafzimmer und ein weiteres Bad befinden sich im ersten Stock des Hauses. Aufgrund der Lage des Hauses können Kinder frei im Garten und dem restlichen Grundstück spielen ohne durch den Verkehr gefährdet zu sein.
Die SPLG besteht aus Frau und Herrn Schubert, dem Hund Julius (Hovawart) und zwei Katzen: Hilde und Paula. Frau Schubert ist staatlich anerkannte Erzieherin und besitzt langjährige Erfahrung in der Arbeit mit jungen Menschen.

Naturgestützte Pädagogik

In der sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft wird Wert auf Natur- und erlebnispädagogische Angebote gelegt.
Über gemeinsame Erlebnisse sei es beim Basteln, Gestalten oder Kochen ergibt sich die Möglichkeit, die Beziehung über interessante und spannende Aktivitäten und gezielte Projekte herzustellen.
Die eigenen Erfahrungen in und mit der Natur unterstützen die körperliche, kognitive, motivationale und soziale Entwicklung der jungen Menschen und stärken das Selbstbewusstsein. Durch die vielfältigen Kreativangebote werden Motorik und Koordination geschult und die Fantasie angeregt.
Zum Haushalt gehören der Hovewart Julius und zwei Katzen. Die jungen Menschen werden durch die Interaktion mit den Tieren im motorischen, im Struktur gebenden, im bildenden und insbesondere im emotional-sozialem Bereich nachhaltig gefördert. Der Umgang mit Tieren steigert bei jungen Menschen z. B. das Verantwortungsbewusstsein. Die emotionalen Kompetenzen werden gefördert, denn Tiere spiegeln in ihrem Verhalten direkt und authentisch den jungen Menschen ihr eigenes Verhalten wieder. Durch die nonverbale Kommunikation der Tiere lernen sie ihre eigene Körpersprache zu hinterfragen und gegebenenfalls zu korrigieren. Dies dient als Übungsfeld für Eigen- und Fremdwahrnehmung. Über den Kontakt zu den Tieren können sie ihre regressiven Wünsche und Bedürfnisse nachholen und dadurch emotional nachreifen.
Beim Einzug werden die jungen Menschen behutsam an die Tiere herangeführt und können in ihrem eigenen Tempo Kontakt zu ihnen aufnehmen.