Wohngruppe Heringhausen

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen

  • die aufgrund von desolaten familiären Strukturen nicht in ihrer Familie versorgt werden können
  • die aufgrund ihrer multiplen Verhaltensauffälligkeiten in einem familiären Setting oder in einer Pflegefamilie aktuell nicht unterzubringen sind
  • die Bindungs- und Beziehungsstörungen zeigen
  • die Entwicklungsdefizite haben
  • die wiederholter oder einzelner schwerer Traumatisierung ausgesetzt waren
  • die häufig in Krisen geraten und Aufenthalte auf psychiatrischen Stationen hinter sich haben oder in anderen Heimgruppen schon gescheitert sind
  • die die Schule verweigern oder keine schulische Perspektive haben
  • denen ein Rahmen mit überschaubaren ländlichen Strukturen Schutz und Sicherheit bietet
  • die eine Wohngruppe mit einer Aussicht auf Verselbständigung als einen zukünftigen Lebensort brauchen.

Eine Aufnahme ist im Rahmen der folgenden gesetzlichen Bestimmungen möglich:

  • Hilfe zur Erziehung; Heimerziehung, sonstige betreute Wohnform (§ 27 i.V. mit § 34 SGB VIII)
  • Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche (§ 35a SGB VIII)
  • Hilfe für junge Volljährige, Nachbetreuung (§ 41 SGB VIII.

Setting

In der Intensivwohngruppe Heringhausen können 7 Plätze für Jungen und Mädchen ab dem 6. Lebensjahr mit einem Betreuungssetting von 1:1,4 angeboten werden. Jeder junge Mensch bewohnt ein Einzelzimmer. Eine Betreuung ist möglich bis zum 21. Lebensjahr; in begründeten Einzelfällen kann die Betreuung für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.
Das ehemalige Pfarrhaus in der Ortsmitte von Heringhausen liegt in unmittelbarer Nähe zum Ufer des Diemelsee. Heringhausen, ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg hat ca. 400 Einwohner. Der Diemelsee als Mittelpunkt des gleichnamigen Naturparks bietet zu Wasser, im Wald und zu Berge viele Möglichkeiten für freizeit- und erlebnispädagogische Aktivitäten wie u.a. Surfen, Kanu fahren, Wandern, Biken und Klettern. Im benachbarten Willingen (11 km entfernt) finden sich zahlreiche Möglichkeiten für Qutdoor- und Indooraktivitäten. Auch die kleinen Vereine in Heringhausen ermöglichen es den jungen Menschen ihren Interessen entsprechend aktiv werden zu können. In der Freizeit stehen bspw. ein Slackline-Parkour, ein Trampolin, ein Fußballtor mit Torwand, Kletterausrüstung, Bücher, Spiele und Kanus zur Verfügung.
Die Strukturierung des Alltags wird individuell nach den Bedürfnissen, dem Alter und dem Entwicklungsstand der jungen Menschen ausgerichtet. Die Selbstwirksamkeit und Ressourcen der jungen Menschen sollen durch individuelle Förderung und einen fallspezifischen Regelrahmen unterstützt werden. Einen pädagogischen Rahmen bilden strukturierende Hilfen im Alltag wie die Entwicklung einer festen Tagesstruktur in Form von Zielbestimmung, Einhaltung von Verbindlichkeiten und Absprachen.

Erlebnispädagogischer Ansatz

Die Erlebnispädagogik rückt den Menschen als handelndes Subjekt in den Mittelpunkt und misst dessen individuellen Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten besondere Aufmerksamkeit zu..
Durch den erlebnispädagogischen Ansatz der Wohngruppe haben die Betreuungskräfte eine gute Möglichkeit, die Beziehung über interessante, spannende und manchmal vielleicht abenteuerliche Tätigkeiten herzustellen. Denn Jugendliche wünschen sich interessante und an ihnen interessierte Erwachsene, die herausfordernde Angebote machen und lebendige Situationen zu gestalten wissen. Sie wünschen sich Erwachsene, die ihnen zutrauen, selbst zu wissen, was gut für sie ist.
Ein wichtiger Bestandteil der Wohngruppe in Heringhausen sind die beiden Therapiehunde Pinello und Grisu. Sie passen sich optimal verschiedenen Stimmungsbildern an und bereichern durch ihre Kontaktfreude und Kommunikationsfähigkeit den Gruppenalltag mit viel Dynamik, aber vor allem mit ihrem Harmoniebedürfnis. Die beiden Hunde besitzen ein hohes Maß an Empathie, so dass sie oftmals viel besser den Zugang zu den jungen Menschen finden als Erwachsene. In der Zusammenarbeit mit den Hunden ist es für junge Menschen leicht, Erfolgserlebnisse zu haben, dennoch können diese an ihre Grenzen kommen. So lernen die jungen Menschen Beständigkeit in ihren Alltag zu bringen. Ausserdem ist es viel leichter, sich an Strukturen zu halten und Regeln anzunehmen, wenn dies als Vorbildfunktion und respektabler Hundeführer nötig ist.